Kompetenzmessung
Kompetenz lässt sich definieren als beobachtbare Anwendung von Wissen und Können zum richtigen Zeitpunkt. Kompetenz ist also immer praktisch und beobachtbar und kann sehr gut erfasst werden, wenn man die Performanz betrachtet. Man muss die Performanz nur um die Umgebungsbedingungen bereinigen.
Da diese Beobachtung nur in der Praxis stattfinden kann, ist sie eine natürliche Domäne der Führungskraft. Im Rahmen der Führungstätigkeit sollte die Betrachtung der Arbeit und Leistung des Mitarbeiters so selbstverständlich und umfassend sein, dass eine Bewertung der Kompetenzen jederzeit und zuverlässig möglich ist.
Eine mögliche Messmethode besteht darin, der Führungskraft einen Fragebogen mit den relevanten Kompetenzen des entsprechenden Profils vorzulegen. Die Führungskraft ordnet den Mitarbeiter in fünf Bereiche von 0-20% bis 80-100% ein.
1 Schritt
In einem ersten Schritt muss zunächst ein Kompetenzmodell entwickelt werden, welches die notwendigen Kompetenzen in einem Unternehmen abbildet.
Die notwendigen Kompetenzen einer Stelle können mit Hilfe von Expertenworkshops ermittelt werden. Dazu werden Verhalten und Kompetenzen der erfolgreichen Mitarbeiter ermittelt. Es wird ein Kompetenz- bzw. Motivations-Assessment abgeleitet, bei dem die Werte der gesamten Gruppe erhoben werden.
Die Kompetenzen werden in Verhaltensankern definiert. Es werden fünf Ausprägungsgrade beschrieben, die das ganze Spektrum der möglichen Verhaltensweisen abbilden.
Auf diese Weise soll dem Assessor die Auswahl erleichtert und der Spielraum für abweichende Urteile anderer Assessoren verringert werden.
2 Schritt
Im zweiten Schritt werden die Kompetenzen erhoben. Die Führungskraft bekommt einen Fragebogen vorgelegt, in dem die notwendigen Kompetezen der Stelle des entsprechenden Mitarbeiters abgefragt werden.
In der Praxis wird ein Kompetenzassessment 30-40 Kompetenzen mit jeweils 3-5 Fragen umfassen und 30-60 min. Bearbeitungszeit benötigen.
Neben der konventionellen Datenerhebung über Einstufungsbögen und einer anschließenden Dateneingabe kann eine Erhebung im Rahmen eines Assessments auch direkt über Webmasken erfolgen.
3 Schritt
Durch den Abgleich zwischen Soll- und Ist-Profil kann ein Index-Wert berechnet werden, der angibt, inwieweit die notwendigen Kompetenzen bei dem Mitarbeiter in der richtigen Ausprägung vorhanden sind.


